31. Oktober 2024

NIS2

NIS2: Vergessen Sie nicht auf Ihre Drucker und Kopierer

Aktualisiert am 22. Oktober 2026: neuer Abschnitt zum österreichischen NIS-Gesetz (NISG 2026), in Kraft seit 1. Oktober 2026.

Immer öfter hören wir bei Veranstaltungen von Vertriebspartnern und Lieferanten über NIS2. Viele unserer Kunden sind Klein- und Mittelunternehmen, die Drucker oder Kopierer im Einsatz haben. Unsere Meinung bei den meisten Themen, und auch bei NIS2; gut vorbereitet sein kann viel Aufwand sparen! Deswegen teilen wir gerne die relevante Information auch mit Ihnen.

Was ist NIS2?

Die NIS2-Richtlinie (Network and Information Security Directive) ist eine EU-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2022/2555), die die Cybersicherheit in der Europäischen Union stärken soll. Sie tritt die Nachfolge der NIS-Richtlinie von 2016 an und erweitert ihren Anwendungsbereich erheblich. Ziel ist es, die Cybersicherheitsstandards in den EU-Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen und sicherzustellen, dass Unternehmen und Behörden auf Cyberangriffe und IT-Sicherheitsvorfälle vorbereitet sind.

Auch KMU sind betroffen

In Österreich betrifft NIS2 nicht nur große Unternehmen, sondern erstmals auch viele mittlere Unternehmen (in der Regel ab 50 Beschäftigten oder 10 Mio. € Jahresumsatz) in den betroffenen Sektoren. Kleinere Betriebe sind nur in Ausnahmefällen direkt erfasst – oft aber indirekt, weil ihre Kunden von Lieferanten mehr IT-Sicherheit verlangen. Besonders relevant sind dabei Unternehmen aus kritischen Bereichen, wie etwa Energie, Transport, Finanzen, Gesundheit und auch solche, die für den Betrieb und die Verfügbarkeit digitaler Infrastrukturen entscheidend sind. Auch Drucker und Kopierer können davon betroffen sein, vor allem wenn sie im Einsatz sind für kritische Infrastrukturen, oder sensible Daten verarbeiten.

Was müssen betroffene Unternehmen tun?

Betroffene Betriebe müssen verschiedene Sicherheitsanforderungen umsetzen. Dazu zählen die Einführung technischer und organisatorischer Maßnahmen, um sich gegen Cyberrisiken zu schützen. Auch regelmäßige Risikoanalysen, der Schutz von Daten durch Verschlüsselung und die Kontrolle des Zugangs zu sensiblen Informationen sind wichtig.

Was passiert bei Nichteinhaltung?

Die Strafen für Nichteinhaltung der NIS2-Richtlinie können erheblich sein. Die Höhe der Bußgelder hängt von der Schwere des Verstoßes ab. Laut Richtlinie liegen die Höchstbeträge für wesentliche Einrichtungen bei mindestens 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes, für wichtige Einrichtungen bei mindestens 7 Mio. € oder 1,4 % – jeweils der höhere Betrag. Für kleine Unternehmen stellt dies ein erhebliches Risiko dar, das mit den potenziellen Sicherheitsmaßnahmen abgewogen werden muss.
Insgesamt erfordert die NIS2-Richtlinie von österreichischen KMU erhöhte Wachsamkeit und gezielte Investitionen in die IT-Sicherheit, um sowohl Kunden als auch eigene Systeme zu schützen.

NIS2 in Österreich: das NISG 2026

In Österreich setzt das Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz 2026 (NISG 2026) die Richtlinie um. Es ist seit 1. Oktober 2026 in Kraft und ersetzt das NISG 2018. Zuständig ist das neue Bundesamt für Cybersicherheit; betroffene Einrichtungen registrieren sich über das Unternehmensserviceportal (USP). Ob und wie Ihr Unternehmen betroffen ist, klären Sie am besten anhand der Informationen der WKO und des USP. (Aktualisiert im Oktober 2026)

NIS2 – Besonderheiten bei Druckern und Kopierern

Druck- und Kopiergeräte sind oft ein unterschätztes Sicherheitsrisiko. Sie verarbeiten und speichern Daten, und ein ungeschützter Kopierer kann somit zum Einfallstor für Cyberangriffe werden. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Druck- und Kopiersysteme über aktuelle Sicherheitsupdates verfügen und Zugriffsrechte klar geregelt sind. Auch sollte die Möglichkeit der Datenspeicherung auf den Geräten überwacht oder deaktiviert werden, um sensible Informationen zu schützen.

Unsere Hersteller haben dafür selbstverständlich auch Lösungen: Der Brother MFC-L9670CDN bietet mit seinem Design ohne internen Speicher ein hohes Sicherheitsniveau: Da keine Daten dauerhaft gespeichert werden, ist das Risiko eines Datenlecks minimal.
Sharp geht noch einen Schritt weiter mit seinem Data Security Kit (DSK), einem speziellen Verschlüsselungsmodul. Dieses Modul schützt alle gespeicherten Informationen durch starke Verschlüsselung und überschreibt Daten regelmäßig, um eine Rekonstruktion unmöglich zu machen.
Beide Geräte bieten damit herausragende Sicherheitslösungen für Unternehmen, die besonderen Wert auf Datenschutz und Vertraulichkeit legen.

Wie wir Drucker und Kopierer laufend absichern, lesen Sie bei unserem Drucker- und Kopierer-Service. Ein aktuelles Beispiel für eine Sicherheitslücke: Brother-Drucker 2025. Für die gesamte IT unterstützen wir Sie mit unserer IT-Betreuung.

Haben Sie noch Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir können gerne die Optionen für Ihre Firma besprechen.

Michael Gradinger

Michael Gradinger

Geschäftsführer und Eigentümer der Gradinger Bürotechnik GmbH und seit 1991 tätig in der Büro-, IT- und Kommunikationstechnik. Mit fundierter Erfahrung und Ausbildung in Drucksystemen, Netzwerktechnik, Telefonie und Datenschutz berät er Unternehmen, Ärzte, Gemeinden, Kanzleien und Schulen in Österreich zu nachhaltigen, wirtschaftlichen und praxisnahen Technologielösungen.

Bereit loszulegen? Jetzt Kontakt aufnehmen